Tiere haben mich seit meiner Kindheit begleitet. Da ich nur Knöpfli, einen Dschungarischen Zwerghamster haben durfte, suchte ich mir Hunde zum Spazieren und Pflegepferde. Sie waren mir oft näher als Menschen. Bei ihnen musste ich nicht herausfinden, was wirklich gemeint war. Ich musste nicht zwischen den Zeilen lesen und nichts hinterfragen, konnte einfach ich sein. Dieses Gefühl begleitet mich bis heute.
Ob Informatik, Change Management oder Mensch-Hund-Beziehungen, immer wieder lande ich an Orten, an denen unterschiedliche Dinge zusammenkommen.
Schon als Kind fiel mir auf, wenn etwas nicht ganz stimmig war. Nicht bewusst, eher als das Gefühl, dass etwas noch nicht zusammenpasste oder für mich noch kein stimmiges Bild ergab. Oft wusste ich nicht, was genau fehlte. Ich spürte nur, dass die Geschichte noch nicht vollständig war. Damals wusste ich jedoch nicht, was ich mit diesen Wahrnehmungen anfangen sollte. Also tat ich das, was ich gut konnte: planen, organisieren und Dinge so lange betrachten, bis sie für mich ein stimmiges Bild ergaben. Weihnachten plante ich manchmal schon im Frühling.
Jemand kam mit einer Idee, ich brachte mich ein, plante, klärte Dinge ab und führte es ein. Mich interessierte dabei nicht nur die Lösung selbst, sondern auch, wie Menschen Veränderungen erleben, verstehen und in ihren Alltag integrieren können. Ich stellte Fragen, beobachtete und versuchte zu verstehen, was Menschen brauchen.
Ein wirklicher Wendepunkt kam erst später, in einer Lebensphase, in der es stiller wurde.
Zum ersten Mal war ich allein mit meinem Irish Terrier Cino. Ich hatte Raum und Zeit für mich und die Möglichkeit, nicht nur nach aussen zu schauen. Ich sagte damals oft: „Wenn du wissen willst, wie es mir geht, dann schau auf Cino.“
Bei ihm wurde sichtbar, was ich selbst noch nicht greifen konnte. Immer wieder hatte ich das Gefühl, dass die ersten Erklärungen nicht ausreichten. Also begann ich weiterzufragen, zu lesen und zu forschen.
Diese Suche führte mich zu neuen Blickwinkeln. Die Fragen, die mich bei Cino beschäftigten, fühlten sich erstaunlich vertraut an. Plötzlich lagen da nicht mehr viele einzelne Themen und Geschichten, sondern Teile eines Bildes, die zusammengehörten.
Auf meinem Weg kamen immer wieder neue Puzzleteile dazu. Es gab Zeiten, in denen ich gefallen bin und wieder aufstehen musste. Zeiten, in denen sich Vertrautes auflöste und ich nicht wusste, wie das Bild am Ende aussehen würde. Ich merkte, dass ich das ganze Bild noch nicht kennen musste. Es genügte, den nächsten Schritt zu sehen und darauf zu vertrauen, dass die Bedeutung nach und nach sichtbar werden würde.
Wenn Menschen heute zu mir kommen, geht es auf den ersten Blick oft um ihren Hund.
Gemeinsam schauen wir auf das, was sie erleben. Auf Situationen, die immer wieder auftauchen, und auf Beobachtungen, Fragen und Dinge, die sich noch nicht einordnen lassen. Wir bleiben nicht beim einzelnen Ereignis stehen. Nach und nach beziehen wir alles ein, was ebenfalls dazugehört. Das Einzelne ergibt oft erst im Zusammenhang mehr Sinn. Was vorher nebeneinander stand, lässt sich anders einordnen. Aus Orientierung kann Bewegung entstehen.